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Reisebericht Spanien
Schon lange hat es uns gereizt eine Rundreise durch Spanien zu unternehmen. Da wir möglichst flexibel sein wollten, haben wir uns für eine Reise mit dem Wohnmobil entschieden. Ein grosser Fehler wie sich herausstellen sollte...
Gebucht haben wir den Camper über das Internet bei der DRM Deutsche Reisemobil Vermietung. Da wir mit dieser Firma sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, möchten wir hier ein paar Tipps geben auf was man unbedingt achten sollte:
Aber zum Start der Reise wussten wir das noch nicht, somit konnte es losgehen. Hier die Stationen unserer Reise:
Freiburg - Montignac (Frankreich) - Briviesca (Spanien) - Segovia - Avila - Toledo - Cordoba - Almeria - Sagunto - Freiburg (cirka 5000 km)
1. Tag Freiburg - Montignac
Der erste Tag unserer Reise sollte uns möglichst nah an die spanische Grenze führen. Also ging es früh morgens los um den Tag so gut wie möglich für die Anfahrt zu nutzen. Es ist tolles Gefühl mit dem Wohnmobil gemütlich über die Autobahn zu gleiten und bei niedrigen Geschwindigkeiten die Landschaft zu geniessen.
Allerdings haben wir uns mit der Durchschnittsgeschwindigkeit die mit einem Wohnmobil zu
schaffen ist gehörig verschätzt. Eigendlich wollten wir am
ersten Tag möglichst nah an Spanien heran kommen um am nächsten Tag bereits an der baskischen Küste zu baden zu können. Da wir um 17:00 Uhr aber cirka 250 Kilometer von unserem Tagesziel entfernt waren, haben wir uns entschlossen im Perigord in der Nähe von Montignac auf einem schönen Campingplatz zu übernachten.
Das Périgord ist eine liebliche Hügellandschaft rund um die Hauptstadt Périgueux. Sehenswert sind vor allem die vielen pittoresken Dörfer mit Ihren romanischen Kirchen und Bruchsteingebäude und das steinzeitliche Erbe auf das man überall in dieser Gegend stößt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Grotte von Lascaux die zum Weltkulturerbe zählt. Für Wassersportler ist auch der Fluss Dordogne ein Begriff auf dem man herrlich Kanu oder Kajak fahren kann.
2. Tag Montignac - Briviesca
Den zweiten Tag unserer Reise starten wir gut gelaunt nach einem guten Frühstück in schöner Natur. Die Campingtische und Stühle waren danach schnell verstaut und schon ging es weiter Richtung Spanien. Pech hatten wir danach allerdings in Bordaux wo wir eine Stunde im Stau standen und auch danach ging es nur zähfliesend weiter. Anscheinend wollte gerade ganz Frankreich gleichzeitig ans Meer... irgenwann am Mittag überquerten wir dann endlich die spanische Grenze. Nach kurzem Familienrat entschlossen wir uns auf die baskische Küste zu verzichten und so weit wie möglich in Richtung des nächsten Tagesziels Segovia zu fahren um nicht noch einen drtten Tag im Wohnmobil auf der Anreise zu verbringen. Gegen Abend hielten wir dann Ausschau nach einem Campingplatz auf dem wir die Nacht verbringen konnten. Wenn wir gewust hätten welch eine Müllkippe uns erwartet, hätten wir uns einfach irgendwo hin gestellt und uns das Geld gesparrt. Der gesamte Campingplatz war übersäht mit Scherben, parken mussten wir auf einen Müllplatz. Das ganze machte eigentlich auch eher den Eindruck einer spanischen Schrebergarten Siedlung. Die Durchgangstouristen werden wohl eher als willkommene Gelegenheit zum Abzocken gesehen.
Tipp: Fahrt lieber noch mal 100 Kilometer weiter statt in dieser Gegend auf dem Campingplatz zu übernachten!
3. Tag Briviesca - Segovia
Wir waren froh, als wir nach einem schnellen Frühstück endlich von diesem ungastlichen Campingplatz verschwunden und wieder auf der Straße waren. Auf der Fahrt nach Segovia ging es vorbei an der Stadt Burgos deren Kathedrale zum Weltkulturerbe gehört. Die Stadt und Kathedrale sind eigentlich sehr sehenswert, aber man muss sich auch etwas für einen späteren Besuch aufheben...
Am frühen Nachmittag kamen wir dann in Segovia auf dem Stadt Campingplatz an. Der Campingplatz ist zwar nicht besonders schön aber ausserordentlich praktisch um die Stadt zu besichtigen da die Bushaltestelle nur 5 Minuten entfernt und die Altstadt so sehr gut zu erreichen ist.
Segovia gehört wegen seinem historischen Stadtkern mit seinem 28 Meter hohen und 728 Meter langem römischen Aquädukt, seiner spätgotischen Kathedrale, dem Alcazar und seinen unzähligen Kirchen zum Weltkuturerbe.
Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtung kamen wir dann Abends zurück auf den Campingplatz wo wir am Abend dann noch gemütlich gegrillt haben und die Kinder sich richtig austoben konnten.
Segovia Aquädukt
Segovia Kathedrale
4. und 5. Tag Segovia - Àvila - Toledo
Nach dem wunderschönen Tag in Segovia ging unsere Reise am nächsten Tag weiter Richtung Àvila dass wir nach cirka 1,5 Stunden bereits erreicht haben. Unser Wohnmobil konnten wir sehr nahe am Zentrum vor der Stadtmauer abstellen.
Àvila Stadtmauer
Àvila Plaza Mayor
Wie Segovia gehört auch Avila zum Weltkulturerbe. Neben der schönen Altstadt ist vor allem die mächtige Stadtmauer die teilweise begehbar ist erwähnenswert. Von der Stadtmauer kann man den herrlichen Ausblick auf das weite Umland genießen.
Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang ging es dann weiter nach Toledo.
Toledo war im Mittelalter eines der bedeutendsten europäischen Zentren und auf unserer Reise bereits das vierte Weltkulturerbe!
Bereits zur römischen Zeit war Toledo bekannt. Zu Weltruhm schafte es die Stadt aber vor allem durch ihr bekanntes Stahl aus dem dann die berühmten Toledo Schwerter geschmiedet wurden.
Toledo Altstadt In der Altstadt von Toledo
Nach dem der Campingplatz gefunden war, ging es wie schon in Segovia bequem mit dem Bus, der direkt vor dem Campingplatz hält, in die Innenstadt von Toledo. In der Innenstaft agekommen, fühlt man sich sofort zurückversetzt in eine längst vergangenen Zeit. Je nach Stadtviertel überwiegen einmal die maurischen und dann wieder die abendländischen Einflüsse. Wir haben für Toledo aufgrund der viele Sehenswürtigkeiten, der tollen Atmosphäre noch einen Tag verlängert. Toledo war eines der absoluten Highlights diese Reise.
6. und 7. Tag Toledo - Cordoba
Am nächsten Tag sollte es nun Richtung Cordoba weitergehen einem weiteren Highlight unserer Reise. In Toledo war es schon heiß aber richtig heiß sollte nun die Fahrt nach Cordoba werden. Wie kann man nur in der heutigen Zeit Autos ohne Kilmaanlage bauen? Und wieso haben wir so ein Auto gemietet? Kilometer um Kilometer wurden es heißer und wir waren froh als wir rund 5 Stunden später den Campingplatz in Cordoba erreichten. Auch dieser Campingplatz eignet sich hervoragend um die Stadt zu besichtigen, ist verkehrsgünstig gelegen und hat eine gute Busverbindung. Aber diese Hitze! Zum Glück konnten wir uns mit dem Schlauch direkt am Camper immer wieder Abspritzen.
Mezquita Cordoba
Nach Einbruch der Dunkelheit haben wir dann bei 42 Grad eine erste Stadtbesichtigung gewagt und uns die postmoderne Neustadt von Cordoba angeschaut, ein wirkliches Highlight mit tollen Bars und Restaurants. Um 22:30 Uhr haben wir dann noch mal auf ein Thermometer geschaut, da waren es immer noch 38 Grad! Natürlich war bei diesen Temperaturen an Schlaf nicht zu denken.
Cordoba Stadttor
Cordoba ist auf unserer Reise bereits das 5. Weltkulturerbe. Wenn wir alle Sehenswürdigkeiten von Cordoba aufzählen würden, wäre der Umfang der Seite gesprengt. Im 11 Jahrhundert war Cordoba eine der größten Städte Europas und beherbergte Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen. Juden, Moslems und Christen lebten hier mehr oder weniger friedlich miteinander zusammen, was sie schufen ist bis in die heutige Zeit sehenswert und beeindruckend.
Mezquita Cordoba
Allen Sehenswürdigkeiten voran steht die Mezquita, sie ist die drittgrößte Mosche der Welt und enthält gleichzeitig eine riesige Kathedrale! Allein um diese Sehenswürdigkeit zu besichtigen benötigt man einen halben Tag.
Cordoba Juderia
Neben vielen Kirchen und Palästen ist vor allem auch das jüdische Viertel erwähnenswert, für das man sich einen weiteren halben Tag inklusive Mittagessen reservieren sollte.
Erschöpft ging es dann am Abend zu unserem Wohnmobil zurück um eine weitere heiße Nacht zu erleben.
8. Tag Cordoba - Almeria
Eigentlich wäre unsere nächste Stationen Sevilla und Ronda gewesen. Aber auf Grund der hohen Temperaturen haben wir umdisponiert und uns entschieden ans Meer zu fahren. Den ersten Kontakt mit dem Maßentourismus hatten wir dann in der Gegend um Almeria. Nach Stunden langem suchen haben wir dann auch einen drittklassigen Campingplatz zu erstklassigen Preisen gefunden der noch einen Stellplatz frei hatte. Ähnlich wie der zweite Campingplatz auf unserer Reise war der Campingplatz mit Müll übersäht nur diesmal nicht direkt auf dem Platz sondern am Meer!
9. - 12 Tag Gegend um Almeria
Da wir noch etwas in der Gegend um Almeria bleiben wollten, haben wir in den nächsten Tagen noch drei andere Campingplätze aufgesucht. Leider können wir von keinem der Campingplätze irgendetwas positives vermelden und sparren uns daher auch die Campingplätze aufzuzählen.
Im übrigen ist ein Wohnmobil Urlaub an Spaniens Mittelmeerküste aus unsere Sicht (zumindest in der Haupsaison, aber warscheinlich auch sonst) absolut nicht empfehlenswert. Folgendes hat uns den Urlaubsspaß am Meer verdorben:
Die Campingplätze am Meer sind alle überfüllt - es ist kein Platz für Wohnmobile die nur ein bis zwei Tage bleiben. Übrig bleiben dann meist sehr abgelegenen Plätze auf denen man pünktlich zur Schlafenzeit das gestreite der einheimischen Dauercamper, Hundegebell oder Disco-Lärm aushalten kann.
Findet man endlich einen schönen Platz am Meer, kann man sicher sein, dass ausgerechnet da, das Parken für Wohnmobile verboten ist.
Schön Essen oder Shoppen gehen ist nur möglich wenn man gewaltige Fußmärsche in kauf nimmt, den in den Städten oder Dörfern einen Parkplatz für das Wohnmobil zu finden ist unmöglich. Von den durchfahrtsverboten ganz zu schweigen.
Almeria Strand (Campen nur tagsüber erlaubt)
Wenigstens haben wir dann doch noch einen schönen Strand (gleich hinter dem Flughafen von Almeria) gefunden.
Siere Nevada Westernstadt Siera Nevada
Auch der Ausflug in die Siera Nevada und zur Westernfilmstadt hat Spaß gemacht.
13. Tag Almeria - Elche - Gegend um Sagunto
Weiter ging es Richtung Elche wir freuten uns auf die Palmenoase die ebenfalls zum Weltkulturerbe zählt. Aber es war wie verhext für unser Wohnmobil war wieder nirgends ein Parkplatz zu finden. Nach fast zwei Stunden Parkplatzsuche haben wir dann aufgegeben und sind weiter Richtung Sagunto gefahren wo wir dann irgendwann auch einen Campingplatz gefunden haben. Die Stimmung war im Keller... also tagte der Familienrat und wir beschlossen am nächsten Tag nach Port la Nouvelle in Frankreich zu fahren, wo wir ja bereits zweimal auf unseren Hausbootreise übernachtet hatten.
14. Tag Almeria - Freiburg (Abbruch der Ferien)
Nach dem wir die restlichen spanischen Massentourismusziele hinter uns gelassen hatten, kamen wir am späten Nachmittag in Port la Nouvelle an um festzustellen, dass auch dort alles überlaufen war. Es gab zwar noch einen Wohnmobilstellplatz. der war aber sehr abseits zwischen zwei Ausfallstraßen gelegen und für unseren Geschmack sicher nicht als Urlaubsaufenthalt geeignet. Als wir im Frühling 2006 mit dem Hausboot dort waren haben wir den Ort von seiner schönen Seite gesehen. Im Hochsommer ist es mit oder ohne Wohnmobil nicht empfehlenswert dort hin zu fahren. Also weiter... nun war die Stimmung nicht nur im Keller sondern am absoluten Tiefpunkt!
Aber wohin sollten wir jetzt fahren? Erst mal Richtung Heimat und im ersten guten Hotel übernachten. Aber wieder schien alles wie verhext zu sein, alle Hotels die wir auf dem Weg angefahren sind waren ausgebucht. Unsere letzte Hoffnung in Montpellier ein Hotel zu finden hat sich auf Grund der Tatsache, dass es nur Tiefgaragenplätze gab erledigt. Also ging es auf einer Nachtfahrt nach Hause. Wir hatten zum ersten mal einen Urlaub vorzeitig abgebrochen und dies 1 Woche früher als geplant.
Fazit
Die Spanienrundreise würden wir noch mal unternehmen, allerdings nicht im Hochsommer und nicht mit dem Wohnmobil. Die spanische Mittelmeerküste werden wir in Zukunft generell meiden. Auch Südfrankreich werden wir im Hochsommer nicht mehr besuchen. Das Preis Leistungsverhältnis für die Miete eines Wohnmobil steht in keinem Verhältnis zu dem was man sonst für sein Geld bekommen kann. Für das Geld, dass uns dieser Urlaub gekostet hat, hätten wir als vierköpfige Familie schöne Ferien im 5 Sterne Hotel verbringen können.